Asphaltwüste entlang des Rußbaches – Nein danke!

Auf Wunsch der Wolkersdorfer Grünen, soll in Obersdorf ein großer Abschnitt entlang des Rußbaches asphaltiert und somit ökologisch zerstört werden. Benannt werden soll dieses Stück Umweltzerstörung paradoxerweise nach dem Meeresbiologen und Mitbegründer der Wolkersdorfer Grünen Dr. Werner Katzmann.

Dieser Weg soll bald eine schwarze Asphaltwüste sein, wenn es nach den Grünen geht.

In der Gemeinderatssitzung vom 16. Dezember 2020 kam ein schon im Vorfeld stark umstrittener Punkt zur Abstimmung: Die Benennung des neu zu schaffenden Radweges entlang des Rußbaches von der Rußbachgasse bis zum Friedensring.

In der Sitzung des zuständigen Ausschusses eine Woche vor der Gemeinderatssitzung hat die ÖVP bereits heftig kritisiert, dass in den Entscheidungsprozess für die Namensgebung weder die Bevölkerung noch die Mandatare aus Obersdorf eingebunden waren. Die ÖVP (die einzige Fraktion, in der Obersdorfer vertreten sind) hat erst bei der Ausschusssitzung von den Plänen zur Benennung des Weges erfahren. Konstruktive Vorschläge unsererseits wurden von der Zukunftspartnerschaft abgeschmettert.

Grüne gegen ihre eigenen Prinzipien

Gerade die Grünen, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit laut nach Bürgerbeteiligung, Volksbefragungen, Volksabstimmungen etc. rufen, wollen davon nichts mehr wissen, sobald es darum geht, jemanden aus den eigenen Reihen mit einem Straßennamen zu verewigen. So lautete mein Vorschlag, einfach mehrere mögliche Namen auszuarbeiten und die Bevölkerung auf der Homepage der Gemeinde abstimmen zu lassen. Das wäre vollkommen unkomplizierte, kostengünstige und direkte Bürgerbeteiligung.

Der grüne „Direkte-Demokratie-Experte“ Erwin Mayer versuchte in der Gemeinderatssitzung, das Verhalten seiner Partei irgendwie zu rechtfertigen, wirkte dabei aber höchst unglaubwürdig. Christian Schrefel wollte sich über demokratiepolitische Aspekte gleich überhaupt nicht unterhalten.

Es zeigt sich also einmal mehr: Bei jedem unliebsamen Projekt eine Volksbefragung fordern, das können die Grünen – die Bevölkerung aber gezielt einbinden und in bei der Entscheidungsfindung mitnehmen, wie es die ÖVP schon seit vielen Jahren macht (z.B. Sanierung Gasthaus), gelingt ihnen nicht.

Notwendigkeit des Radweges mehr als fragwürdig

Ganz unabhängig davon, welchen Namen dieser Weg in Zukunft tragen wird, stellt sich die Frage, wofür er überhaupt asphaltiert werden muss.

Aktuell verläuft der Radweg parallel zum Rußbach durch den Gartenweg, keine 100 Meter entfernt und bereits asphaltiert. Auch die Kirschenallee ist ein gut ausgebauter Verkehrsweg, der zum Radfahren genutzt werden kann. Daher ist es meiner Meinung nach eine absolute Ressourcenverschwendung, noch einen dritten Weg genau in der Mitte zu bauen.

Die ausufernde Bodenversiegelung wird in ganz Österreich zunehmend zum Problem. In Hinblick auf Klimaschutz und Biodiversität in unmittelbarer Rußbachnähe, sollten Grünräume geschaffen und erhalten werden, anstatt weiterhin riesige Flächen mit Asphalt zu versiegeln!

Darüber hinaus sind fürs Spazierengehen, Laufen etc. naturbelassene Wege sehr beliebt, werden aber bedauerlicherweise im Ortsgebiet immer weniger. Dadurch treibt es viele Menschen zum Sporteln oder Spazierengehen mit dem Hund immer weiter aus dem Ortsgebiet hinaus, z.B. in den Wald. Um dort hinzukommen wird dann häufig das Auto in Anspruch genommen.

Mein Vorschlag

Dieser Weg sollte als naturbelassener grüner Weg erhalten bleiben. Radfahrer finden in unmittelbarer Nähe viele andere gut befestigte Wege vor. Zusätzlich gepflanzte Bäume würden Schatten spenden und einen herrlichen Spazierweg schaffen. Man könnte den Weg auch mit einigen Infotafeln über die Fauna und Flora im und um den Rußbach bestücken.

Unter diesen Voraussetzungen wäre der Name „Dr. Werner Katzmann-Promenade“ gerechtfertigt und würde meine Zustimmung finden. Dr. Werner Katzmann (06.05.1943 – 28.02.2004) war Meeresbiologe, Umweltwissenschaftler, Visionär und Wegbereiter einer ganzheitlichen, werteorientierten Ökologie.